Die Muslime Südafrikas sind eine kleine Minderheit mit einer langen und stolzen Geschichte. Der Islam kam im 17. Jahrhundert ans Kap, mit Menschen, die aus Südostasien dorthin gebracht wurden, viele von ihnen politische Exilanten und Versklavte, und später mit Vertragsarbeitern und Händlern aus Indien, die sich in Natal und Transvaal niederließen. Heute umfasst die Gemeinschaft Kap-Muslime, Familien indischer Herkunft, schwarze südafrikanische Muslime und neuere Zuwanderer aus anderen Teilen Afrikas und Südasiens. Für Singles mit Heiratsabsicht ist es eine Gemeinschaft mit starken Institutionen und eigenständigen Traditionen, deren rechtliche Stellung bei der muslimischen Ehe sich allerdings noch im Wandel befindet.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Bekanntschaften meist zustande kommen, welche Bräuche Sie erwarten und warum die rechtliche Registrierung besondere Aufmerksamkeit verdient.
Die wichtigsten Gemeinschaften
Kapstadt und Westkap
Die Gemeinschaft der Kap-Muslime, manchmal auch Kap-Malaien genannt, ist tief in Vierteln wie dem Bo-Kaap und in den Cape Flats verwurzelt. Ihre wichtigsten Sprachen sind Afrikaans und Englisch, und sie pflegt eigene, reiche Traditionen in Küche, Musik und religiösem Leben. Der Muslim Judicial Council mit Sitz in Kapstadt gehört zu den bekanntesten religiösen Gremien.
Durban und KwaZulu-Natal
Durban ist die Heimat einer großen muslimischen Gemeinschaft indischer Herkunft, deren Familien ihre Wurzeln auf Gujarat und andere Teile Indiens zurückführen. Manche sprechen zu Hause noch Gujarati oder Urdu, doch unter Jüngeren dominiert Englisch.
Gauteng
In Johannesburg und Pretoria leben alteingesessene Gemeinden indischer Herkunft sowie eine wachsende Zahl schwarzer südafrikanischer Muslime und Zuwanderer aus Somalia, Malawi, Äthiopien, Pakistan und Bangladesch. Diese Mischung macht Gauteng zur kosmopolitischsten muslimischen Szene des Landes.
Wie man sich kennenlernt
Familie und Freunde stiften nach wie vor viele Bekanntschaften, und in eng verbundenen Gemeinden kennen Eltern oft eine passende Familie über die Moschee, die Madrasa oder Verwandte. Weitere Wege sind:
- muslimische Studierendenvereinigungen an den Universitäten;
- Vorträge, Islamkurse und Gemeindeveranstaltungen in örtlichen Moscheen;
- Zusammenkünfte zu Ramadan und Eid sowie Spendenaktionen;
- Heiratsportale und Apps, die von Berufstätigen zunehmend genutzt werden.
Verbindungen zwischen den Gemeinschaften, etwa zwischen einer Kap-Muslimin und einem Partner indischer Herkunft oder mit einem somalischen oder malawischen Ehepartner, werden häufiger, können aber Unterschiede bei Sprache, Essen und Hochzeitsbräuchen mit sich bringen. Unser Ratgeber zur Ehe über ethnische Grenzen hinweg kann dabei helfen.
Familienbräuche
Die Bräuche unterscheiden sich je nach Gemeinschaft. Am Kap wird eine Verlobung oft mit einem Familienbesuch und einer Zusammenkunft gefeiert, und die Nikah findet häufig in der Moschee statt, während die Familie der Braut anschließend die Feier ausrichtet. Familien indischer Herkunft folgen mitunter Gujarati- oder urdusprachigen Traditionen, einschließlich Mehndi-Abenden und einer Walima, die von der Familie des Bräutigams ausgerichtet wird. In allen Gemeinschaften erwarten Eltern meist, einen möglichen Ehepartner früh kennenzulernen und Mahr sowie praktische Fragen zu besprechen.
Die meisten Gelehrten erwarten, dass der Wali einer Frau an ihrer Eheschließung beteiligt ist; in manchen Fällen, etwa bei bereits verheiratet gewesenen Frauen, gehen die Ansichten auseinander. Für Rechtsfragen zu Ihrer eigenen Situation wenden Sie sich an einen qualifizierten Gelehrten oder ein anerkanntes religiöses Gremium.
Die rechtliche Stellung muslimischer Ehen
Viele Jahre lang wurde eine nur nach muslimischem Ritus geschlossene Ehe in Südafrika nicht als gültige Zivilehe anerkannt, sodass viele Ehepartner, besonders Frauen, bei Scheidung oder Tod ohne Schutz blieben. Gerichte, darunter das Verfassungsgericht, haben diese fehlende Anerkennung inzwischen für verfassungswidrig erklärt und Übergangsschutz angeordnet, und eine gesetzliche Reform wird diskutiert. Die Lage entwickelt sich weiter.
In der Praxis lassen viele Paare ihre Ehe zusätzlich zivil registrieren, entweder in einer gesonderten Zeremonie beim Department of Home Affairs oder durch einen Imam, der als Trauungsbeamter (marriage officer) bestellt ist und die Ehe bei der Nikah eintragen kann. Paare sollten außerdem über den Güterstand nachdenken, den sie wählen, da er sich auf die Finanzen auswirkt. Weil das Recht im Fluss ist, sprechen Sie vor der Hochzeit mit Home Affairs und einer unabhängigen Familienrechtsanwältin oder einem Anwalt. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Sicherheit und praktische Checkliste
Online-Betrug ist ein echtes Risiko, und auch bei Treffen mit neuen Bekanntschaften sollte die persönliche Sicherheit bedacht werden. Achten Sie auf Menschen, die es vermeiden, Ihre Familie kennenzulernen, um Geld bitten, auf eine schnelle Heirat drängen oder eine geheime Nikah vorschlagen.
- Treffen Sie sich an belebten öffentlichen Orten und teilen Sie Ihre Pläne einer Vertrauensperson mit.
- Erkundigen Sie sich über gemeinsame Bekannte, die Moschee oder die Gemeinde nach der Person.
- Schicken Sie niemals Geld oder Ausweisdokumente an jemanden, den Sie nicht getroffen haben.
- Vereinbaren Sie Mahr und Wohnsituation vor der Verlobung.
- Fragen Sie, ob Ihr Imam Trauungsbeamter ist, oder planen Sie die zivile Registrierung.
- Lassen Sie sich zum ehelichen Güterstand beraten.
Südafrikas muslimische Gemeinschaften verbinden tiefe Wurzeln mit echter Offenheit. Mit klaren Prioritäten und guter Einbindung der Familie kann Ihre Suche sinnvoll und sicher verlaufen. Allgemeine Grundsätze finden Sie auf unserer Seite zur muslimischen Partnersuche mit Ziel Ehe.
